Der schlimmste Subway-Besuch meines Lebens.

November 23rd, 2010

Ja, meines Lebens! Ich kann mir momentan – beim besten Willen – keine Moeglichkeit vorstellen, dass ein Besuch bei Subway je wieder fuerchterlicher sein koennte.

Ich hatte die Filiale am Bahnhof Altona aufgesucht und schritt in die Geschaeftsraeume. Sofort fielen mir Hasan, Kenan und Murat auf, die auf der linken Seite des Raumes an der Kasse standen und sich lautstark unterhielten. Ich habe keine Vorurteile, aber ich bin mir sicher, sie hiessen wirklich so. Wie gesagt, mir fielen sie auf. Ich fiel ihnen scheinbar nicht auf, denn sie bestraften mich mit kompletter Ignoranz und fuehrten ihre Unterhaltung fort.

An dieser Stelle, ueberlegte ich schon, den Laden am besten sofort wieder zu verlassen. Haette ich mal nicht auf meinen Magen gehoert und waere gegangen. So nutzte ich die Zeit, um mir Gedanken ueber meinen Sub zu machen. Mein Hang zu wohlerwaegten Entscheidungen wurde hier ja schon erwaehnt.

Nach einiger Zeit kam eine gepiercte Mitarbeiterin aus dem Hinterraum und zog sich langsam aber sicher die Handschuhe an, nicht ohne sich auch an der Unterhaltung ihrer Kollegen zu beteiligen. Ich bin ein sehr geduldiger und hoeflicher Mensch…

Als sie dann bei mir angekommen war, ueberlegte ich noch eine weitere Minute und gab nun meine Bestellung auf. Soweit so gut.

Nachdem ich ihr meinen Salatwunsch noch einmal wiederholt hatte, fing sie an den Sub zu stopfen. Sven I. waere im Grab rotiert, wenn er dies gesehen haette. Und zwar nicht nur, weil man in einem Sarg wahrscheinlich Platzangst bekommt.

Ich meine, wir kennen alle die Szene aus Falling Down. Das Haeufchen Elend dort auf dem Tresen, hatte wirklich ueberhaupt nichts mit den Werbeplakaten gemeinsam. Hierbei sei erwaehnt, ich konnte das ganze Ausmass des Uebels garnicht erkennen, weil die Scheibe der Theke so mit Dreck verschmiert war…

Meine Frage “Habe ich das bestellt?”, ignorierte sie gekonnt und reichte den Sub an Murat weiter. “Hier essen oder Mitnehmen?” – Die Frage konnte nur ein Scherz sein, denn schliesslich wuerde hier niemand laenger als noetig verharren, der nicht einen ausreichenden Hunger mit sich traegt.

In Gedanken, sass ich neben einem Obdachlosen auf einer Bank inmitten des heutigen Schneesturmes. Es war gemuetlich. Aber mich plagte der Gedanke, der Obdachlose koennte etwas von meinem Sub abhaben wollen. Also entschloss ich mich zum “Hier essen”.

Darauf war Murat nun nicht vorbereitet. Die Tablette lagen garnicht an der Kasse, sondern im Mitarbeiterbereich auf der anderen Seite. Da er auch keine Anstalten machte, mir eines zu geben, raffte ich den Sub zusammen und setzte mich an einen Platz, moeglichst weit entfernt von der Kasse.

Immerhin war der Sub so gut zermatscht, dass ich nicht ein Stueck des Inhaltes verlor. Passiert selten. Ich hoffe, ich habe der Bedienung nicht unrecht getan.

Am Ende erfuhr ich dann (unter anderem) auch noch, dass Murat Geburtstag hat.

Herzlichen Glueckwunsch!

PS: Zum Glueck ist Sven ja bald wieder da…

Hello, hello!
Losing concentration.
Losing motivation.
Losing ground.

Solo, solo.
Don’t like moderation.
Starved for conversation.
Are you down?
( Ima Robot – Let’s Talk Turkey )

Mein neuer Mantel.

November 2nd, 2010

Auch wenn ich sehr kaelteresistent bin, in Anbetracht unseres letzten extrem Winters, moechte ich (dem Klimawandel zum Trotz) lieber geruestet sein: Deswegen entschied ich mich heute Mittag fuer die Investition meines hart erarbeiteten Geldes in eine Huelle, gemischt aus Schurwolle, Polyester und Kaschmir.

Richtig. Wie schon im Titel erwaehnt, ich wollte mir einen neuen Mantel kaufen. Ich verfuege auf diesem Gebiet ja schon ueber Erfahrung, in Form von zwei Vorgaengermodellen. Zugegeben, der letzte Einkauf verlief nicht ganz so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Nachdem ich dutzende Maentel probiert hatte, fuehlte ich mich in einem sofort wohl. Hat perfekt gepasst und war nicht nervig. Ich musste dann kurz darauf feststellen, dass ich diesen Mantel schon ein Mal zuvor gekauft hatte…

So etwas sollte nicht wieder passieren. Im Mantelgeschaeft meines Vertrauens, mache ich mich dann auch gleich auf die Suche. Nach einer Stunde, hatte ich saemtliche Maentel anprobiert und musste enttaeuscht feststellen, dass wirklich keiner gut passt. Erschwerend kam hinzu, dass ich nicht wieder einen Mantel mit V-Ausschnitt haben wollte, der fuer Erkaeltungen ja geradezu einladend ist.

Nun schrieb ich meinem Chef, der noch nicht in der Mittagspause war, dass er doch bitte sein Telefon auf sein Mobiltelefon umstellen soll, ich wuerde noch mit meinem Mantel kaempfen.

Nach einigem abwaegen empfand ich, dass der teuerste Bugatti im Geschaeft doch am bequemsten ist. Der Preis hat mich zwar in das Schwitzen gebracht, aber hey: Was nuetzt mir ein Mantel, der mir nicht passt und warum sollte ich ihn anziehen? Diese Frage konnte ich mir nicht beanworten und deswegen schritt ich energisch zur naechsten Kasse.

(Mit dem Gedanken, ich koennte diesen Mantel ja vielleicht einmal vorrangig den beruflichen Terminen zuordnen und an Silvester zu Hause lassen. Nicht, wie in der Vergangenheit geschehen…)

Dort angekommen sass eine kleine Verkaeuferin, mit komisch gefaerbten Haaren, die ich auch sogleich ansprach: “Kann ich den Mantel bei ihnen auch kuerzen lassen?”. Die Dame sprang flugs zu ihrem Schreibtisch, nahm eine Schere in die Hand, kam auf mich zu und fragte: “Wie kurz soll es denn sein?” … Ich versuchte ein freundliches Laecheln fuer diesen schlechten Witz aufzubringen und wartete eine ernsthafte Antwort ab.

Eine Aenderungschneiderei ist im Haus. Sie kann den Schneider hochrufen, ich kann aber auch runter in den zweiten Stock gehen, was ich doch bitte tun soll. Mein Blick wurde skeptisch. Die Preisauskunft war auch eher zweifelhaft, ein Kollege kam aber hinzu und erteilte Rat. Waehrend sie sich schon daran machte, den Mantel einzupacken, fragt ich, ob man den noch etwas an dem Preis machen koennte, oder zum Beispiel einen Schal kostenlos dazu legen koennte. Nein, nein, beteuerte die gute Dame. Den Schalt quittiert sie mit lachen. Sie sei sowieso nur die Kassiererin und koennte da nichts entscheiden, da muesste schon jemand anderes hier sein, ist aber niemand und da kann man ja sowieso nichts aendern. Mein Blick blieb skeptisch. Trotzdem bezahlte ich, wenngleich mir der Preis noch einmal teurer vorkam, als veranschlagt.

Nun kann man mich vielleicht tadeln, fuer mein Verhalten gegenueber der Kassiererin. Es sei aber bemerkt und bewundert, wie konsequent und mit welcher Entscheidungskraft ich diese Einkauf getaetigt habe. Ich hatte mich fuer einen Artikel entschieden. Ich wollte ihn haben. Da kann kommen wer will! Ein hoher Preis, eine miese Kassiererin. Ich trotze euch allen. Meine Entscheidung steht!

Wer mit mir einmal im Supermarkt einkaufen war, weiss, was fuer eine grandiose Leistung dies war. Und wir sprechen hier von keinem Grosseinkauf im Supermarkt, sondern sagen wir, nur von der Auswahl einer Flasche Schnaps.

Die Kassiererin wollte meine Errungenschaft nun gerade in eine Einkaufstuete packen, als der vorhin genannte Verkaeufer sich zu Wort meldete. Der Mantel wuerde ja doch ein wenig “weit” aussehen. Ob ich den keine kleinere Nummer gefunden haette? Wie gesagt, ich hatte JEDEN Mantel an, aber irgendwie nargte der Vorwurf nun doch an mir. Macht mich der Mantel dick? Fange ich jetzt an Eitel zu werden?

Wir schritten also zusammen zurueck in die Mantelabteilung. Der gute Mann war zum Glueck recht clever und begriff schnell und von alleine, was ich suchte. Ich fand es recht lustig, dass er genauso hilflos durch die Regale geschlendert ist, wie ich es getan hatte und ich ihm bei jedem Mantel, auf den er zeigte, gleich sagen konnte, wo das Problem liegt.

Trotzdem versuchte ich es wieder. Was tut man nicht alles, um nicht einen zu weiten Mantel zu besitzen? Ich probierte also hin und her. Der eine Mantel war zwar schon recht praktisch, aber man konnte in keinen so leicht reinspringen, wie in den Bugatti. Ja, ich schreibe immer noch ueber Maentel. Also musste ich einfach aussortieren und verblieb am Ende mit meinem “zu weiten” Topmodell, mit Blousoneinsatz (gegen den V-Ausschnitt) und einem normalen Mantel (ohne Blouson) der gleichen Marke, welcher mir aber besser passte.

Dabei stellte ich auch fest, dass die Kassiererin mir den Mantel fuer 30 Euro teurer verkauft hatte, als eigentlich mit Filzstift deklariert. Der Verkaeufer erklaerte, so etwas kann vorkommen, der Mantel wurde wohl wirklich verteuert, er wuerde mir aber den alten Preis geben. Ahja, liebenswuerdig.

In der folgenden halben Stunde, beschaeftigte ich mich jetzt damit, diese beiden Maentel abwechselnd an- und auszuziehen und mich vor dem Spiegel zu betrachten. Der Verkaeufer bedachte dies in den ersten Minuten noch mit fachlichen Kommentaren. Mir fallen leider gerade keine Beispiele ein, aber es war schon lustig. Ich konnte ihn dann irgendwann endlich verscheuchen. Er sah dann auch ein, dass es keinen Sinn hatte zu warten. Er fand den Mantel auch garnicht unmoeglich zu weit, schliesslich braucht man ja manchmal Platz fuer ein Jackett.

Verdammt. Hallo? Ich bin es, Matten. Ich mache mir nie Gedanken ueber mein Aussehen und Auftreten in der Oeffentlichkeit. Und ich stehe hier vor einem Spiegel und versuche herauszufinden, ob mir der eine Mantel wirklich zu weit ist?

Und… Ihr werdet es nicht glauben, aber ich habe schliesslich eine Entscheidung getroffen. Das zweite Mal an diesem Tag. Vielleicht wollte ich nur endlich eine Currywurst essen. Ja, dies koennte meine Entscheidung beeinflusst haben.

Ich habe mich fuer den besser passenden Mantel entschieden, welcher guenstiger war. Noch ein Schal obendrauf. Und jetzt sitze ich hier und bereue diese Entscheidung. Der Winter wird kommen und ich werde mir wieder eine Erkaeltung nach der anderen einfangen, weil ein V-Ausschnitt einfach nicht praktisch ist.

Ein kurzer Mantel fuer mich, aber ein langer Text fuer die Menschheit.

I-got-a-fear-in-me and I-cant-get-up.
( Today, I woke up crying. )
Memories-of-when, we-were-growing-up.
( Yesterday, we were flying. )

But-now-we-are-men and we-have-given-up.
( Tomorrow, we will be dying. )
But-Im-awake-again and I-can-not-pretend,
my silence is my violence!

Afraid-of – Tomorrow.
Afraid-of – Pain-and-Sorrow.
Afraid-of – Nothing-to-Follow.
Never we know, what comes tomorrow…
( Ima Robot – What Comes Tomorrow )

Flugbereitschaft?

Oktober 5th, 2010

106 Millionen Euro fuer ein Raketen-Abwehrsystem der Flugbereitschaft. Waeren Neuwahlen da nicht guenstiger? Definitiv.

Life is short. Love me long.
Right or wrong.
Oh, baby, I need your love.
( Ima Robot – Life Is Short )

Innenministerkonferenz in Hamburg.

Mai 26th, 2010

Die guten Herren tagen nun in Hamburg. Unter anderem auf der Tagesordnung: Kosten fuer Polizeieinsaetze rund um Fussballspiele. Meinetwegen.

Aber wenn man dann 5 Minuten spaeter sieht, wie eine Limousine von 3 Polizeiwagen und 6 Polizeimotorraedern begleitet, vor einem Hotel parkt,…

Aus dem Establishment, machen wir Hackepeter.
( Deichkind – Krieg )

Feuer in der Dieselstrasse (Wxxxxx Lxxxx) nach Blitzeinschlag.

März 31st, 2010

Wirklich nie kann man mal in Ruhe schlafen: Um zirka 00:30 Uhr am 31. Maerz 2010 zeichnete sich langsam ab, dass ein Blitz wohl das Nachbargebaeude getroffen hatte.

Kleine Explosionen machten auch die Kasinobesucher aufmerksam. Doch bevor man wirklich sah, dass es brannte, hoerte man schon die Sirenen.

Die Feuerwehr kam mit einem Grossaufgebot, im Minutentakt trafen neue Feuerwehrwagen ein. Drei Notaerzte haben Position bezogen: Epileptiker duerften diese bei den dutzenden Alarmlichtern auch durchaus benoetigen.

Die Loescharbeiten sind noch im vollen Gange, es ist nun 01:50 Uhr.

Wehe, die machen einen Kratzer in meinen Wagen. Ich schlafe nun weiter.

Guten Flug.

Dezember 29th, 2009

“Wir werden nicht ruhen, bis wir alle Beteiligten gefunden und zur Verantwortung gezogen haben!”, sagte Obama in seinem Urlaubsort auf Hawaii, ueber einen versuchten Terroranschlag auf ein Passagierflugzeug im Landeanflug auf Detroit.

Als ich diese Meldung heute Morgen im Radio gehoert habe, hielt ich sie erst fuer einen Scherz der Moderation. War diese Formulierung in der deutschen Presse beabsichtigt? War jemand in der Nachrichtenagentur lustig drauf? Die Uebersetzung aus dem Englischen ist zumindestens korrekt und Urlaub auf Hawaii macht Barack Obama auch gerade…

Now! It’s an Omen!
( The Prodigy – Omen )

Die Kanzlerinnen-Garantie

September 2nd, 2009

Die Mehrwertsteuersaetze bleiben unangefasst. Frau Merkel gibt darauf eine “Kanzlerinnen-Garantie” (O-Ton). Was dies bedeutet? Sollten wir ihr tatsaechlich glauben, bleibt sie garantiert Kanzlerin.

Dann noch eine nette Aktion von Greenpeace-Aktivisten vor (bzw. auf) dem Reichstagsgebaeude: Unter der Inschrift “Dem deutschen Volke”, wurde ein Transparent mit der Aufschrift “eine Zukunft ohne Atomkraft” gehisst. Also, wenn Gorleben so sicher ist, wie der Deutsche Bundestag, dann mal gute Nacht…

Ich habe genug fuer heute.

Dieser Beitrag gibt keinen Aufschluss ueber die Befuerwortung oder Ablehnung von Steuererhoehungen durch den Autoren.

We came to spoil it for everyone!
We came to crack up your noses!
We are here to spoil it for everyone.
So, when did I grow out of proportion?
When did I get so obnoxious?
( Disco Ensemble – Back On The MF Street )

Versteckte Informationen…

März 3rd, 2009

Heute eine grosse Ueberschrift in der Zeitung: “Heroin: CDU-Poliker (Zwickl) als Dealer im Knast!”.

Im Artikel wird dann der Chef des CDU-Kreisverbandes zitiert: “Wir alle sind erschuettert. Zwickl war immer da, wenn man irgendetwas in der CDU gebraucht hat.” – Was fuer ein Verein…

Now dance, fucker, dance!
Man, he never had a chance.
And no one even knew,
it was really only you.

And now you steal away.
Take him out today.
Nice work you did,
you’re gonna go far, kid!

With a thousand lies and a good disguise,
hit em’ right between the eyes!
( Offspring – You’re Gonna Go Far, Kid )

Wir lieben es, dich zu unterhalten.

Oktober 14th, 2008

Als ich von dem “Reich-Ranicki”-Eklat gelesen hatte, musste ich mir den Ausschnitt einfach ansehen. Auf einem bekannten Videoportal natuerlich.

Schon waerend Marcel Reich-Ranicki die Buehne betritt, sieht man im Hintergrund fast ausnahmelos gelangweilte Gesichter. Ahnungslose Menschen, die nicht Wissen, dass es gleich richtig Rund geht. Die Rede fand ich einfach nur perfekt: Nicht beleidigend, witzig, wahr und zudem auch mit einer kleinen Portion Selbstironie (“Es gibt ja Abende, die man ganz schoen erlebt. Nein, nicht: Ich werde Ihnen jetzt nicht sagen, mit der Lektuere von Goethe oder Bertolt Brecht.”).

Ist ja klar, dass eine RTL Chefin wie Anke Schaeferkordt bei der Einladung zu einer Diskussion ueber Bildung, Erziehung und Literatur, nur mit dem Kopf schuetteln kann und sich einen Zivildienstleistenden herbeisehnt, welcher denn 88-Jaehrigen in einen Rollstuhl setzt und in das naechste Altersheim schiebt…

Amuesant sind auch die Kommentare aus den Medien. Hans Jahnke, Programmdirektor des ZDF, ist “befremdet” von dem Verhalten des ungewollt Preisgekroenten. Was erwartet er? Ich weiss (Dank meiner Fernsehabstinenz.) zum Glueck nicht, was die Produzentem dem armen alten Mann in dieser Sendung alles angetan haben. Aber ich kann mir vorstellen, dass es fuer ihn furchtbar gewesen sein muss.

Der Geschaeftsfuehrer von ProSieben muesste sich seiner Komik eigentlich bewusst sein, unterstellen wir ihm mal keinen vollstaendigen Realitaetsverlust, wenn er verlauten laesst, er sehe “keinen Handlungsbedarf” und ergaenzt “Wir bieten genuegend Qualitaet und genuegend Populaeres.”.

In manchen Medien wurde die Ansprache von Herrn Reich-Ranicki unvorteilhaft gekuerzt und zusammen geschnitten, ich finde sie in keiner Weise beleidigend. Das Schoene ist, dass jemand wie Herr Reich-Ranicki so ein Statement auch abgeben darf: Wir koennen nicht davon ausgehen, dass er Morgen mit toupierten Haaren sein Debuet Album in die Kaufhaeuser bringt.

Ich jedenfalls bedauere, dass ich noch nie eine seiner Sendungen gesehen habe. Bislang kannte ich ihn nur aus Switch, wo er parodiert trotzdem noch sympatisch wirkte… Das war damals, als ich noch ferngesehen habe.


Solltest du hier kein Video sehen, klicke hier, zum Download des YouTube Videos in dem FLV Format.

Dieser Mann ist ein Held!

Die ausgestrahlte Preisverleihung wurde Berichten zufolge uebrigends stark gekuerzt. Die peinlichsten Momente sind den Fernsehzuschauern deswegen wohl erspart geblieben. Immerhin wurde die Kritik nicht rausgeschnitten, waere ansonsten wohl noch unglaubwuerdiger gewesen.

Quoten mit Idioten, der Tod kommt nach Haus. (…)
Analysen, ersetzt durch Emotionen.
Futter für Voyeure. Verarschung fuer Millionen. (…)
Menschliche Tragoedien, sind ihr Brot.
Ihr Grundsatz lautet: Spiel mir das Lied vom Tod.
( Boehse Onkelz – Gesichter Des Todes )

Intim: “Meine” Aktie.

Oktober 13th, 2008

Seit Monaten habe ich den Kurs verfolgt. Im Juli begann der Einbruch: Von fast 40,00 US$ auf magere 10,00 US$ Anfang Oktober. Ich spuerte, dass die Zeit gekommen war. Als der Kurs dann am 9. Oktober mit 9,72 US$ schloss, sah ich mich genoetigt zu handeln.

Schnell beim Internet-Bankdienst eingeloggt und die Order aufgegeben. Ich wollte kaufen zu 8,70 US$. Bei der Bestaetigung und Tan-Eingabe war ich jedoch verwundert, als der Limit Wert hinter dem Komma 3-stellig angezeigt wurde. Ich benutzte die Bankdienst eigene “Zurueck” Funktion, unter der Annahme, dass diese Funktion zu Korrekturzwecken absichtlich eingebaut wurde. Naja, als ich diese Funktion dann das vierte Mal benutzte, bekam ich nur noch die Meldung, dass ich die Tan nun vier Mal falsch eingegeben habe und mein Konto leider gesperrt wurde. Fassungslos starrte ich auf den Bildschirm…

Also der Bankberaterin eine kurze eMail geschickt, mit der Hoffnung, dann am Freitagabend die Order abschicken zu koennen. Um 20 Uhr bin ich endlich zuhause, der Kurs faellt gerade – Als haette ich es gewusst! – auf ein Tagestief von 8,70 US$. Ich lese die eingehenden eMails und werde dort schriftlich von meiner Bankberaterin daran erinnert, dass ich eine Unterschrift abgeben muss, bevor mein Konto wieder freigestellt wird. Mir bleibt nichts anders uebrig: Ich muss fluchend zusehen, wie der Kurs ein absolutes Vierjahrestief mit 8,44 US$ erreicht und schliesslich mit 9,48 US$ schliesst.

Nachdem ich mein Konto am Montag also entsperren lies, gleich mit einer Order zu, ich glaube 9,55 US$, auf den Markt gegangen. Die weltweite Euphorie, zu dem Bankenschutzprogramm der EU, lies zur Oeffnung von NYSE den Eroeffnungskurs auf 10,05 US$ springen und mit einem sagenhaften Plus zum Vortag von 1,69 US$ bzw. 17,83 Prozent (11,17 US$) schliessen. Zwischendurch versuchte ich noch verzweifelt einige Aktien ueber die Bank meines Vaters zu erwerben: Meine Bank erwies sich naemlich leider als unfaehig mit der Order ueberhaupt an die Boerse zu gehen. “Der Mindestorderbetrag bei US-Werten liegt bei 2.500,- EUR.” teilte mir meine Beraterin lapidarisch per eMail mit. Vielen Dank. Jetzt wird als erstes die Bank gewechselt. Die ist sowieso immer Schuld, wenn die Aktien keinen Gewinn machen… In den verbleibenden Stunden vor Boersenschluss wurde mein Wunsch (bzw. Traum) Kaufpreis leider nicht mehr erreicht.

Zukunft sehe ich in der Aktie, durch Hoffnung auf steigende Stahlpreise im kommenden Jahr. Meinen entgangenen Gewinn beziffer ich bislang auf 2,47 US$ pro Aktie. Und dabei habe ich die Aktie noch nicht einmal gekauft. Man denkt sich: Ich habe es gewusst. Es waere der absolute Tiefpunkt gewesen. Ich habe den Markt verstanden. Das hat zwar noch keiner geschafft, aber…

Das ist der Vorteil von uns Dilettanten: Wir muessen uns keine Gedanken ueber Trendlinien, Strategien und Chartanalysen machen – Wir sind voellig unbefangen, weil wir keine Ahnung haben.

Das Einzige was ich weiss: Die Bank gewinnt immer. Egal, ob bei Poker, Aktien oder Finanzkrisen…

One more dream, vanished up in smoke.
Now I have no hope. Anymore.
Let it go. The damage in your heart.
I can’t tell you how the words have made me feel.
( Weezer – The Damage In Your Heart )